Mit gutem Grund tritt Dr. Michael Jantzer als SPD- Kandidat für den Stuttgarter Wahlkreis II an. Der Diplomingenieur ist leitender Mitarbeiter bei Bosch und kennt daher die Arbeits- welt in der Industriestadt Stuttgart wie seine eigene Westentasche. Jantzer sieht einem tiefgreifenden Wandel für die Industriegesellschaft voraus. Seine Antworten darauf gibt er zunächst im „Roten Osten“, und dann als Abgeordneter im Deutschen Bundestag.

Was ist die Kernbotschaft Ihres Wahlkampfs?

Michael Jantzer: Mein zentrales Anliegen ist der Erhalt und die Weiterentwicklung unserer lebens- werten und attraktiven Stadt-Regi- on Stuttgart. Wir müssen die wirtschaftliche Stärke unseres Landes nutzen, um hier für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen.

Das müssen Sie konkretisieren – woran machen Sie das fest?

Jantzer: Stuttgart steht vor dem größten Wandel seiner Industriegeschichte. Daimler hat bereits einen Stellenabbau im Motorenwerk in Untertürkheim angekündigt. Viele andere Unternehmen verän- dern ihre Produkte und Prozesse. Das bleibt nicht ohne Auswirkun- gen auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Mit welcher Politik wollen Sie darauf reagieren?

Jantzer: Unser politisches Han- deln muss sich an drei Leitfragen
messen lassen: Eröffnen wir allen Menschen neue Chancen? Ermöglichen wir gute Arbeit und eine gute Rente? Unterstützen wir auch die Schwächeren in unserer Gesellschaft?

Sie plädieren also für die bewährten Tugenden der Sozialdemokratie. Für viele Menschen scheint das aber gar nicht mehr so wichtig zu sein, siehe USA mit einem Präsidenten Trump.

Jantzer: Ja, natürlich stehe ich ein für die Tugenden der Sozialdemokratie. Also für eine Demokratie in unserem Lande, in der es gerecht zugeht, so wie es unser Spitzenkandidat Martin Schulz fordert. Mit der Wahl von Donald Trump ist doch allen klar geworden, dass wir unsere soziale Demokratie verteidigen müssen. Ich werde hier keiner Aus- einandersetzung und keiner Dis- kussion aus dem Weg gehen.

Angesichts der vielen Populisten hierzulande werden Sie viel zu diskutieren haben.

Jantzer: Die Frage lautet doch: Ist das Versprechen der Sozialde- mokratie, mehr Gerechtigkeit zu schaffen, für die Menschen attrak- tiv. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Ich möchte in einer menschlichen, solidarischen und sozial gerechten Welt leben, in der alle Menschen ein selbstbestimmtes und freies Leben führen können. Das möchten sehr viele Menschen. Und deshalb streite ich für diese Werte. Ich werde mich all denen entgegenstellen, die uns alternativlose Entscheidungssituationen vorgaukeln. Nichts ist alternativlos. Alles wird von uns Menschen ent- schieden und gestaltet.

Was bringen Sie persönlich mit?

Jantzer: Für meine Kandidatur bringe ich 35 Jahre ehrenamtliche politische Arbeit in der SPD Stuttgart ein, zum Beispiel als Ortsvereinsvorsitzender in Bad Cannstatt oder aktuell als Bezirksbeirat in Obertürkheim-Uhlbach. Ich möch- te außerdem meine Erfahrungen als Diplomingenieur und Leitender Direktor bei Bosch in die politische Arbeit einbringen.

Wie passt das zusammen?

Jantzer: Sehr gut. Mit meiner Erfahrung will ich die zentrale He- rausforderung in unserem Land politisch mitgestalten, die Digita- lisierung und den Wandel unserer Industriegesellschaft. Dabei will ich mitwirken diesen Wandel mutig, gerecht und sozial zu gestalten. Wir müssen alle Menschen bei diesem Wandel mitnehmen und damit den Zusammenhalt unserer demokratischen Gesellschaft sichern. Dafür möchte ich mich im neuen Bundestag einsetzen.

Das Interview als PDF.

Interview im “Stuttgarter Osten”